Erziehungsnotstand

Auch eine Art Kinderhandel: „Wenn du deine Jacke zumachst, bekommst du…“.
Und wenn ich nichts mehr zum Dealen habe – nichts mehr geben kann was König Kind gefällt? Erzieht etwa der kalte Wind das Kind? Das Bauchweh nach dem halben Glas Nutella?
Das Kind das permanent dich an die Grenzen treibt – was fehlt ihm denn? Es fehlen ihm die Grenzen. Die Klarheit, dass Gesagtes gilt, dass man nicht mit Gefühlen spielt.
Doch woher Grenzen nehmen, wenn ich mich selber an nichts halte? Nicht einmal an die Regeln, die ich selber gebe. Wenn ich nur aus dem Bauch nach meinen Augenblicksgefühlen lebe? Als großes Vorbild zeige ich: Recht ist was mir gefällt. Und wenn überhaupt wer regiert, dann ist es das/mein Geld.
Gehorsam lehrt die Kinder das Erleben, das auch ich halte, was mir Vorgegeben. Ein Kind, dass sich auf nichts verlassen kann, das ist zuletzt verlassen, auch wenn es mehr als alles hat. Es fordert, klagt und fordert weiter – isst, frisst – und wird doch niemals satt. Denn in der Tiefe fühlt es sich verraten und verkauft.